Bei Patienten mit schwerer COPD, Pneumonie, anderen chronischen Lungenerkrankungen oder nach längerer invasiver Beatmung kann eine außerklinische Beatmung notwendig werden. Moderne Beatmungssysteme ermöglichen eine individuell angepasste Therapie, die je nach Bedarf invasiv oder nichtinvasiv, zeitweise oder dauerhaft erfolgt. Sie gewährleisten eine sichere, effektive Versorgung bei erleichterter, intuitiver Handhabung.
Die chronische respiratorische Insuffizienz stellt ein komplexes Krankheitsbild dar, dessen Pathophysiologie auf einer Vielzahl zugrunde liegender Erkrankungen beruht, darunter neuromuskuläre, pneumologische und infektiöse Ursachen. Multifaktorielle Störungen der Atemmechanik führen dabei zu einer Einschränkung der ventilatorischen Effizienz mit konsekutiver Minderventilation und Hypoxämie sowie zu einer deutlichen Reduktion der respiratorischen Reserven. Insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verschärfen eine dauerhafte Überlastung der Atempumpe und strukturell-funktionelle Veränderungen der Lunge die Situation, was nicht nur die Spontanatmung, sondern auch die Synchronisation mit nichtinvasiven Beatmungssystemen erschwert. Dennoch hat sich die nichtinvasive Beatmung (NIV) als essenzieller therapeutischer Baustein bei stabilen COPD-Patienten mit Hypoventilation und erschöpfter Atempumpe etabliert.
Aktuelle Geräte für die invasive und nichtinvasive Beatmung
Moderne Beatmungsgeräte verfügen über adaptive Beatmungsmodi und spezialisierte Funktionen zur verbesserten Patient-Ventilator-Synchronisation und individuellen Therapieanpassung. Die integrierte Erfassung und telemedizinische Übertragung von Therapiedaten ermöglicht eine interdisziplinäre Betreuung, eine kontinuierliche Therapiekontrolle sowie frühzeitige Interventionen. Geräte, die flexibel für invasive und nichtinvasive Beatmung mit und ohne Sauerstoff einsetzbar sind, tragen zur Entlastung der Atempumpe, zur Steigerung der Atemeffizienz und zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
Als bundesweit tätiger Dienstleister für Respiratory Care hält die OxyCare Medical Group ein breites Spektrum an Beatmungsgeräten bereit z. B.:
- prisma VENT 30/40/50/50-C von Löwenstein Medical
- LUISA von Löwenstein Medical
- Stellar™ 150 von ResMed.
- Astral™ 150 von ResMed
- OXYvent Cube 30 ATV von OxyCare Medical Group (ausschl. NIV).
prisma VENT 30/40/50 – mit COPD-Modi
Die Beatmungsgeräte der prisma VENT-Serie (30/40/50) sind für ein breites Indikationsspektrum konzipiert und bieten spezielle COPD-optimierte Modi. Funktionen wie AirTrap Control (ATC) zur Vermeidung dynamischer Überblähung, eine einstellbare Triggersperrzeit zur verbesserten Patient-Ventilator-Synchronisation sowie eine exspiratorische Druckrampe zur Stabilisierung kleiner Atemwege tragen zur Entlastung der Atempumpe und zur Optimierung der Ventilation bei.
Das prisma VENT50 verfügt zusätzlich über den LIAM-Modus zur Hustenunterstützung. Das prisma VENT50-C erweitert das System um einen High-Flow-Therapie-Modus (5–60 l/min) mit optionaler Sauerstoffapplikation sowie angewärmter und befeuchteter Atemgasgabe (z. B. mit dem prisma VENT AQUA). Die Anwendung ist sowohl nichtinvasiv über Nasenkanülen als auch invasiv über ein entsprechendes Interface möglich.
Bild: Löwenstein Medical / OxyCare Medical Group
Abb. 1: Das prisma VENT50 ermöglicht neben der Beatmung im Leckagesystem die Verwendung eines Einschlauchsystems mit Patientenventil sowie volumenkontrollierte Mundstück-Modi (MPVp, MPVv) und LIAM zur Hustenunterstützung und zum Sekretmanagement.
Stellar™ – tragbar mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten
Stellar™ ist ein tragbares Beatmungsgerät (Abb. 2) für die nichtinvasive und invasive Beatmung nicht beatmungsabhängiger Patienten (> 13 kg) mit neuromuskulären Erkrankungen, thorakal-restriktiven Ventilationsstörungen, COPD sowie progredient verlaufenden Atemwegserkrankungen. Die Verfügbarkeit verschiedener Beatmungsmodi ermöglicht eine indikationsgerechte Therapieanpassung, insbesondere iVAPS zur Sicherstellung eines stabilen alveolären Ventilationsniveaus bei variabler Atemmechanik sowie APCV für die assistierte druckkontrollierte Beatmung. Die Echtzeit-Kurvendarstellung und individuell konfigurierbare Therapieparameter unterstützen eine strukturierte Therapiekontrolle im klinischen und außerklinischen Setting.
OXYvent Cube 30 – mit innovativen Alarmfunktionen
OXYvent Cube 30 ATV ist ein kosteneffizientes NIV-Gerät für spontan atmende Erwachsene und Kinder ab 13 kg. Es bietet intuitive Bedienung, mehrere Therapiemodi für Tag und Nacht, eine Trigger-Technologie mit Fehltrigger-Erkennung sowie einen Zielminutenvolumen-Algorithmus. Umfangreiche Alarmfunktionen inklusive Mask-Check und Klartextmeldungen unterstützen eine sichere Anwendung im klinischen und häuslichen Umfeld.
Bild: ResMed
Abb. 2: Stellar 150: Eine große Auswahl an Beatmungsmodi und Funktionen ermöglicht die Therapie unterschiedlichster Patiententypen und Krankheitsbilder im pädiatrischen und Erwachsenenbereich.
Hayek RTX – innovative, compliance-fördernde Kürass-Beatmung
Hayek RTX ist ein innovatives System zur biphasischen Kürass-Beatmung (BCV – biphasic cuirass ventilation; Abb. 3) im Exklusivvertrieb der OxyCare Medical Group und stellt eine komfortable Alternative zur NIV dar. Die Beatmung erfolgt über einen externen „Brustpanzer“ (Kürass), der Unter- und Überdruck erzeugt und die physiologische Atmung nachahmt – ganz ohne Maske, Tubus oder Sedierung. Die Hayek-RTX-Methode verbessert Atemzug- und Minutenvolumen und kann kontinuierlich, intermittierend oder im Schlaf angewendet werden. Da während der Beatmung Mund und Nase frei zugänglich sind, funktioniert diese Methode auch bei Kindern, die herkömmliche Beatmungssysteme schlecht tolerieren. Als Zusatznutzen kann die Atemtätigkeit durch Sekretolyse mitttels HFCWO (High Frequency Chest Wall Oscillation) erleichtert werden.
Die BCV eignet sich für Babys, Kinder und Erwachsene, u. a. bei COPD, neuromuskulären Erkrankungen, Mukoviszidose, postoperativ, beim Weaning sowie zur Sekretmobilisation (hochfrequente Brustwandoszillation, HFCWO). Sie ist patientenfreundlich, fördert die Therapieakzeptanz und kann in Klinik und häuslicher Versorgung eingesetzt werden.
Alles aus einer Hand
Die OxyCare Medical Group ist ein bundesweit tätiger, nach DIN EN ISO 13485 und 9001 zertifizierter Komplettversorger für Respiratory Care und Sauerstoff. Das Leistungsspektrum umfasst Beatmung, Sekretmanagement, Atemtraining und Inhalation. Ein flächendeckendes Servicenetz ermöglicht die Patientenversorgung innerhalb von 24 Stunden. OxyCare klärt auch die Kostenübernahme mit den Krankenkassen nach ärztlicher Verordnung.
(mk)
