Bei Husteninsuffizienz können die Betroffenen nicht tief genug einatmen oder rasch genug ausatmen, sodass bronchiale Sekrete oft nicht ausreichend selbstständig abgehustet werden können. Reichen Basismaßnahmen wie Lagerung, Mobilisation, Atemphysiotherapie und oszillierende Verfahren nicht aus, können apparative Therapien die physiologische Hustenfunktion gezielt unterstützen oder ersetzen und so eine effektive Sekretmobilisation ermöglichen.
Die effektive Reinigung der Atemwege beruht auf einer intakten mukoziliären Clearance und einer ausreichenden Hustenleistung. Durch pathogenetische Veränderungen, chronische Erkrankungen oder langfristige invasive Beatmung können diese Schutzmechanismen jedoch erheblich beeinträchtigt sein. Besonders bei Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, unter Langzeitbeatmung oder mit liegender Trachealkanüle ist die Hustenfunktion häufig reduziert.
Unterschreitet der Hustenspitzenfluss (Peak Cough Flow, PCF) den Grenzwert von 160 l/min, ist ein selbstständiges Abhusten von bronchialem Sekret in der Regel nicht mehr möglich. Es kommt zu Sekretverhalt mit einem erhöhten Risiko für respiratorische Infektionen, Atelektasen und akute respiratorische Dekompensation. In diesen Fällen ist ein gezieltes, strukturiertes Sekretmanagement ein zentraler Bestandteil der Therapie und Pflege.
Apparatives Sekretmanagement
Die apparative Hustenassistenz stellt eine wirksame Ergänzung zu den Basismaßnahmen des Atemwegsmanagements dar und ermöglicht bei einfacher Handhabung eine effektive Sekretolyse und -mobilisation. Sie bietet eine nicht-invasive Alternative zur trachealen Absaugung, die insbesondere in den tieferen Atemwegen mit Risiken wie Hypoxie, Schleimhautläsionen und Infektionen verbunden ist.
Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit NME ist die mechanische Hustenunterstützung ein zentraler Bestandteil der Therapie. Moderne Hustenassistenten können sowohl eigenständig als auch in Kombination mit Beatmungssystemen eingesetzt werden. Voraussetzung für eine sichere und effektive Anwendung sind eine strukturierte Einleitung unter fachlicher Anleitung, die regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Geräteeinstellungen sowie die kontinuierliche Einbindung von Atmungstherapeutinnen und -therapeuten. Durch den Einsatz apparativer Hustenassistenz lassen sich Sekretverhalt, respiratorische Komplikationen und Krankenhausaufenthalte reduzieren sowie invasive Maßnahmen vermeiden.
Die apparativen Hustenassistenten der OxyCare Medical Group sind individuell adaptierbar und tragen wesentlich dazu bei, die Atemwegssituation zu stabilisieren und den Therapieerfolg nachhaltig zu sichern.
Der Comfort Cough II Hustenassistent
Der Hustenassistent Comfort Cough II ist zur effektiven Mobilisierung von Bronchialsekreten bei Patientinnen und Patienten mit Husteninsuffizienz konzipiert (Abb. 1). Das Gerät ist sowohl im klinischen Setting als auch im Homecare-Bereich einsetzbar und eignet sich für Kinder und Erwachsene, die nicht in der Lage sind, Bronchialsekret ausreichend selbstständig abzuhusten.
Die Sekretmobilisation erfolgt durch einen raschen Wechsel von positivem zu negativem Druck während der In- und/oder Exspiration, wodurch der exspiratorische Flow und damit der PCF erhöht werden. Zur Optimierung der Therapie synchronisiert sich der Comfort Cough II mit den Atemphasen des Patienten.
Ergänzend können im Auto- oder Manuell-Modus Vibrationen während der Ein- und/oder Ausatmung zugeschaltet werden. Diese unterstützen die Sekretlösung und -mobilisation zusätzlich, erleichtern die Sekretentfernung und können zu einer weiteren Verbesserung des PCF beitragen.
Zusätzlicher Perkussionsmodus
Darüber hinaus verfügt der Comfort Cough II über einen integrierten Perkussionsmodus, der die Sekretmobilisation insbesondere bei restriktiven oder obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wirkungsvoll unterstützt. Über eine Maske wird eine intrabronchiale Perkussion mit einstellbaren Frequenzen von 10 bis 780 cpm erzeugt, wodurch die Viskosität bronchialer Sekrete reduziert und deren Mobilisation erleichtert wird. Die verbesserte Sekretolyse unterstützt das anschließende Abhusten und ergänzt die mechanische Hustenassistenz sinnvoll.
Alternativ kann der optionale Brustgurt (Percussion Wrap, Abb. 1) eingesetzt werden. Dabei werden die Vibrationen von außen auf den Thorax übertragen, ohne direkten Druck auf den Brustkorb auszuüben. Dieses Verfahren basiert auf dem Prinzip der High Frequency Chest Wall Oscillation (HFCWO) und eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen eine intrabronchiale Anwendung nicht möglich oder nicht ausreichend wirksam ist.
Durch diese kombinierten Therapieoptionen ist der Comfort Cough II vielseitig einsetzbar, unter anderem bei NME, COPD, Mukoviszidose (CF) sowie chronischer Bronchitis.
Portabilität und Benutzerfreundlichkeit
Der Comfort Cough II zeichnet sich durch ein kompaktes Design, wechselbare Akkus und eine hohe Mobilität aus und ist damit sowohl für den stationären Einsatz als auch für den Homecare-Bereich geeignet. Die intuitive Bedienung über Bedientasten ermöglicht eine schnelle und individuelle Anpassung der Therapieparameter. Das 7-Zoll-LCD-Display stellt alle relevanten Therapie- und Atemparameter übersichtlich dar, einschließlich Peak Flow und Tidalvolumen.
Durch die Kombination aus gezielter, flexibel anpassbarer Therapie und einfacher Handhabung trägt der Comfort Cough II zur Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten bei und unterstützt Ärztinnen, Ärzte sowie Pflege- und Therapiefachkräfte effektiv bei der Versorgung komplexer respiratorischer Krankheitsbilder.
Bilder: OxyCare GmbH Medical Group
Abb. 1: Comfort Cough II Hustenassistent
IPPB Alpha 300 mit PSI
Der IPPB alpha 300 von Löwenstein Medical (Abb. 2) ermöglicht eine intermittierende Überdrucktherapie (Intermittent Positive Pressure Breathing, IPPB) zur gezielten Unterstützung der Inspiration. Vergleichbar mit einer Pressure Support Ventilation (PSV) führt der inspiratorische Überdruck zu einer Erweiterung der Bronchiolen, einer verbesserten Lungenbelüftung und einem optimierten Gasaustausch. Dadurch werden bronchiale Sekrete gelöst und atelektatische Areale rekrutiert.
Ergänzend unterstützt die integrierte Pressure Support Inhalation (PSI) eine verlangsamte und vertiefte Einatmung und verbessert so die Deposition von Medikamentenaerosolen in den distalen Atemwegen. Der alpha 300 eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten mit respiratorischer Insuffizienz, wie COPD, Lungenemphysem, Asthma oder chronischer Bronchitis, und stellt eine wirksame Ergänzung der täglichen Atemtherapie dar. (mk)
Weitere Informationen unter www.oxycare-gmbh.de
Abb. 2: IPPB Alpha 300 mit PSI