Fallbericht
Sebastian Kruschwitz
Chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis stellen in der außerklinischen Intensivpflege eine besondere Herausforderung dar. Immobilität, Beatmungspflicht und eingeschränkte Selbstpflege begünstigen Hautirritationen und können bestehende Hautveränderungen verschlechtern. Dieser Fallbericht beschreibt eine erfolgreiche Anwendung einer rein pflanzlichen Pflegecreme (natüür Creme Forte) bei einer Unterschenkel-Psoriasis und belegt eine sichtbare Hautbesserung.
Sebastian Kruschwitz, Pflegetherapeut Wunde ICW, Fachbereichsleiter Wundmanagement ZBI, Berlin
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche, nichtinfektiöse Hauterkrankung, die durch eine Hyperproliferation der Keratinozyten und eine fehlregulierte Immunantwort gekennzeichnet ist. Insbesondere bei immobilen und intensivpflichtigen Patienten können Hauterkrankungen aufgrund von reduzierter Mobilität, gestörter Mikrozirkulation, Medikamenteneinflüssen und eingeschränkter Selbstpflege verstärkt auftreten. Eine adäquate Hautpflege stellt daher einen zentralen Bestandteil der pflegerischen Versorgung dar.
Fallbericht
Ein 75-jähriger männlicher Patient mit spinobulbärer Muskelatrophie wurde nach einem frustranen Weaning von der invasiven Beatmung aufgrund von respiratorischer Erschöpfung mit akuter hypoxischer und hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz dauerhaft beatmungspflichtig. Zusammenfassung der Hauptdiagnosen und der Progression des Versorgungsbedarfs:
- Spinobulbäre Muskelatrophie, Typ Kennedy, Erstdiagnose
- 1987Aspirationspneumonie
- Pneumogene Sepsis im Unterlappen der linken Lunge
- Chirurgische Tracheotomie
- Klinikadaptierte, physiotherapeutische sowie atemtherapeutische Versorgung des Patienten
- Dauerhafte Beatmungspflichtigkeit.
In der außerklinischen Intensivpflege traten an beiden Unterschenkeln psoriatische Hautveränderungen auf. Die Haut zeigte erythematöse, schuppende und teils rissige Areale, die mit Juckreiz und lokalem Spannungsgefühl einhergingen (Abb. 1). Aufgrund der Beatmungspflichtigkeit und Immobilität war eine eigenständige Hautpflege nicht möglich.
Pflegeintervention bei Psoriasis
In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wurde ergänzend zur bestehenden Basispflege ein natürliches Pflegeprodukt (natüür Creme Forte) eingesetzt. Die Creme wurde aufgrund ihrer rein pflanzlichen Zusammensetzung und hautberuhigenden Eigenschaften ausgewählt. Eine zweimal tägliche Applikation auf die betroffenen Hautareale erfolgte durch das Pflegepersonal (Abb. 2).
Nach etwa zwei Wochen kontinuierlicher Anwendung zeigte sich eine deutliche Verbesserung des Hautbildes (Abb. 3):
- die Rötung und Schuppung nahmen sichtbar ab
- die Hautbarriere wirkte stabilisiert und die betroffenen Areale zeigten eine erhöhte Elastizität.
- der Patient gab nachlassenden Juckreiz an
- Zudem berichtete das Pflegeteam über eine Reduktion von Kratzspuren und eine Verbesserung des allgemeinen Hautzustandes.
Dieser Einzelfall verdeutlicht die Bedeutung einer individuellen, hautschonenden Pflege bei chronischen Hauterkrankungen in der außerklinischen Intensivpflege. Der Einsatz natürlicher Pflegeprodukte kann – im Rahmen ärztlicher Abstimmung – eine sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Therapie darstellen und zur Verbesserung der Hautintegrität beitragen.
Fazit
Die Anwendung der natüür Creme Forte führte in diesem Fall zu einer deutlichen klinischen Verbesserung der psoriatischen Hautveränderungen. Eine ganzheitliche, individuell abgestimmte Hautpflege kann somit wesentlich zur Lebensqualität und zum Wohlbefinden von intensivpflichtigen Patienten beitragen.
Autor:
Sebastian Kruschwitz, Fachbereichsleitung Wundmanagement, Wundexperte/Pflegetherapeut Wunde ICW, Zentrum für Beatmung und Intensivpflege GmbH (ZBI),
Franz-Jacob-Straße 4D, 10365 Berlin.



