Wenn chronische Wunden an den Extremitäten trotz modernster Behandlung nicht heilen, droht oft das Schreckensszenario – die Amputation. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom stellt die fortschreitende Zerstörung von Gewebe eine immense Gefahr dar, die nicht selten den Verlust der Gliedmaße bedeutet. Mit dem Einsatz der Goldfliegenlarven (Lucilia sericata) als „biologisches Skalpell“ hält die Natur ein effektives Mittel für das Débridement von schwer heilenden Wunden bereit, das einigen Betroffenen buchstäblich den Fuß rettet. Hier eine entsprechende Fallstudie von BioMonde:

Eine 77-jährige Patientin wurde als Notfall mit Brechdurchfall und chronischen Ödemen an den unteren Gliedmaßen eingewiesen. Die Patientin war paraplegisch und Rollstuhlfahrerin, sie hatte sich eine Woche zuvor am linken Fuß verletzt. Aufgrund der Begutachtung während der Aufnahme wurde die Patientin in die Klinik für Gefäßchirurgie aufgenommen. Die Patientin erhielt Antibiotika sowie antimikrobielle Wund­­auflagen und klagte über starke Schmerzen. Zu diesem Zeitpunkt wurde über eine Amputation nachgedacht. Während der folgenden drei Wochen wurde die Patientin regelmäßig von einem Gefäß­spezialisten begutachtet. Die Wunde am Fuß erstreckte sich über eine Fläche von dorsal 15 x 16 cm und plantar 9 x 16 cm. Sie wurde – auch zu diagnostischen Zwecken – mit einem chirurgischen Débridement-System aus Hochdruckwasserstrahl und mittels Venturi-Effekt behandelt.

Bilder: BioMonde

Im weiteren Verlauf wurde das Débridement durch Honigwundauflagen ergänzt. Der Zustand der Patientin verschlechterte sich zunehmend, sie bekam erhöhte Temperatur. Erneut wurde eine Amputation in Erwägung gezogen, die die Patientin aber verweigerte. Vier Wochen nach ihrer Aufnahme war die Fußwunde nach wie vor belegt, und einige Sehnen waren sichtbar. Man entschied sich für die Larventherapie, auch wenn das Wundareal rund um die Zehen und der signifikanten plantaren Wunde recht schwierig war. In einem ersten Zyklus wurden rund 600 Larven appliziert.

Nach einer zweiten Applikation der Larventherapie war die Wunde gereinigt, die Wundränder definiert, und das Gewebe erholte sich. Die Patientin wurde zur weiteren ambulanten Behandlung entlassen, eine Amputation war nicht mehr erforderlich.

Zahlreiche Hinweise und Fallbeispiele zur Larventherapie finden Sie im Internet unter biomonde.com/de/evidenzen.

BioMonde bietet regelmäßige Online-Schulungen an und stellt im Download-Center umfangreiche Materialien zur Verfügung.